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Donnerstag, 20. April 2017

Coming Out als Flexitarierin

Ich bin eine Flexitarierin! - Warum manchmal weniger schon mehr ist.

Eine Mitschülerin von mir sagte einmal "die einzige artgerechte Tierhaltung die es gibt ist die Freiheit!". Die Reaktion der meisten anderen Mitschüler: Augenverdrehen. Und das konnte ich gut nachvollziehen. Natürlich bin ich auch dafür, dass Tiere nicht getötet werden sollten und vor allem nicht um nachher als Überproduktion weggeschmissen zu werden, aber wie realistisch ist es, dass jeder Mensch dieser Erde aufhört Fleisch zu essen? Und wie realistisch ist es, dass wir alle Tiere in die Freiheit entlassen? Nun mal ehrlich: ein kleiner gezüchteter Dackel käme genauso wenig in der freien Natur zurecht wie eine hausgezüchtete Kuh. In den letzten Jahren hat es sich nun einmal so entwickelt, dass Tier und Mensch eine dauerhafte Beziehung eingegangen sind, die so einfach gar nicht wieder aufzulösen ist. Die Frage ist doch eher wie diese Beziehung aussieht? Das große gesellschaftliche Problem dass wir meiner Meinung nach heute haben ist nicht das Essen der Tiere selbst, sondern die Haltung dieser, also konkret gesagt: Die Massentierhaltung.
Und wenn diese nur dann verhindert werden kann wenn alle Menschen kein Fleisch mehr essen, dann denke ich werden wir dieses Ziel nie erreichen, denn es sind nun einmal nicht alle Menschen bereit auf Fleisch zu verzichten und auch ich gebe zu, dass ich nicht komplett auf Fleisch verzichten möchte. Und nun zum Thema: Deshalb bin ich Flexitarierin. Das bedeutet, dass ich zwar Fleisch esse, aber in geringeren Mengen als der Durchschnittsverbraucher und wenn ich Fleisch kaufe, dann nur aus biologischer und artgerechter Tierhaltung. Früher hatte ich einen "Veggie Day" in meine Woche integriert an dem ich bewusst kein Fleisch gegessen habe. Heute habe ich diese Taktik leicht verändert, ich versuche im Alltag bewusst Alternativen für Fleisch zu essen und auszuprobieren, verbiete es mir aber nicht solange es den eben genannten Bedingungen entspricht.

Einige von euch werden nun bestimmt sagen, dass ich das nur für mein eigenes Gewissen mache, dieses Verhalten aber für die Gesellschaft und die Tiere keinerlei positive Wirkungen hat. Für all diejenigen die das denken: Schaut mal hier vorbei: Mit kleinen Schritten in Richtung Nachhaltigkeit - Juts Blog. Hier habe ich vor einiger Zeit habe mal eine grobe Rechnung aufgestellt was genau es für die Umwelt bedeuten würde, wenn jeder Deutsche nur einen Tag die Woche auf Fleisch verzichtet und das Ergebnis hat sogar mich selbst positiv überrascht! ;)

Aber Flexitarierin zu sein bedeutet nicht nur den Fleischkonsum im Auge zu behalten. So ist es für mich auch wichtig mich ausgewogen zu ernähren, mir selbst keine Verbote zu erteilen aber bewusst auf Dinge für bestimmte Zeiträume zu verzichten. So wie beispielsweise meine "Vegane Woche" die ich eingelegt habe. Oder auch die Lebensmittel nach Saison zu berücksichtigen. Meiner Meinung nach zählt eben nicht welche Lebensmittel man genau man isst, sondern wo es herkommt und vor allem die Menge.
Denn wie wir in meiner Familie zu sagen pflegen: Die Menge macht das Gift!

Weitere Infos:
https://de.wikipedia.org/wiki/Flexitarismus
http://eatsmarter.de/ernaehrung/ernaehrungsarten/grosse-fleisch-debatte-teilzeitvegetarier-loesung
http://www.zeit.de/lebensart/essen-trinken/2013-10/infografik-artikel-ernaehrungsarten

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